Definition:
Schussspuren umfassen die mechanischen Beschädigungen und Beschmauchungen von direkten oder indirekten Schüssen. Sie können an Personen wie auch an Sachen festgestellt und gesichert werden. Die Beurteilung der Spuren ist grundsätzlich dem Spezialisten zu überlassen.
Munition: Patronen, Hülsen, Projektile oder Munitionsteile tragen die Individualspuren der Waffe sowie deren Systemmerkmale.
Spurensuche:
- aufgesetzter Schuss (absoluter Nahschuss): Verbrennungen und Pulvereinsprengungen an der Innenseite der Kleidung bzw. unter der Haut
- Nahschüsse (relativer Nahschuss): Schmauchhof um Einschussstelle, je nach Schussentfernung
- Schmauchniederschlag findet sich sodann an der Hand des Schützen, dessen Oberbekleidung sowie evtl. auf Gegenständen im Kontakt mit der Waffe
- Geschosse können Träger von weiteren Spuren sein
- Durch- und Streifschüsse an Gegenständen hinterlassen Formspuren und Materialspuren des Geschosses
- Tat- oder Fundort gründlich und weiträumig nach Munition absuchen
- Evtl. Metallsuchgerät einsetzen
- Aus Durchschussstelle und Projektil-Endlage ist eine Schussrichtungs- bestimmung möglich
Spurensicherung:
- Beschädigte Kleidung von Opfern in Papiertüten sichern
- Lage von Geschossen und Hülsen markieren und genau dokumentieren
- Munition im Original sichern
- Spurenschonend ohne weitere mechanische Beeinflussung vorgehen
- Unverfeuerte Munition nicht mit der Hand berühren, für Vergleichszwecke sicherstellen
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