Archiv für Mai 2008

Ein Todesfallbericht am Beispiel: Bruce Dodson

Nachdem wir uns mit dem Fall und den in Deutschland üblichen Untersuchungen auseinandergesetzt haben, überlegten wir wie ein Bericht in Deutschland ausgesehen hätte.

Die Angaben im Bericht beruhen alleine auf der Nachstellung des Falles in der Serie Medical Detectives und sollen, hauptsächlich der Veranschaulichung eines solchen Berichtes dienen. Aus diesen Gründen bitten wir die unvollständigen Einträge zu entschuldigen.

Todesfallermittlung Bericht

Wie konnte die Aussage von Janice Dodson wiederlegt werden?

Wie konnte die Aussage von Janice Dodson wiederlegt werden?

Zwischen den beiden Zeltplätzen befindet sich ein kleiner Teich, dem einzigen im gesamten Park in dem Betonit nachgewiesen werden konnte.

Am Tag des Morde, dem 15. Oktober 1995 fand man Janice Dodson weinend über ihren Mann gebeugt vor. Bei der Aufnahme der Beweise wurde ihr eine Hose abgenommen, die durch feuchten Schlamm verschmutzt war. Der Schlamm erwies sich als Bentonit, eine Substanz die im ganzen Park nur an einem See nachzuweisen war. Einem See in unmittelbarer nähe des Zeltplatzes, auf welchem dem Ex-Mann von Janice Dodson seine Waffe gestohlen wurde. Diese Waffe stellte sich als Mordwaffe an Bruce Dodson heraus.

Durch den Nachweis des Tonminerals konnte man folglich Nachweisen, dass sich Janine Dodson in der Nähe des anderen Zeltplatzes aufgehalten hatte.

Sie wurde aufgrund der Beweise für schuldig befunden.

(Siehe Artikel: Bentonit: Nachweis und Analyse)

Bentonit: Nachweis und Analyse

Im Interview mit Frau Claudia Eckardt (Chemielaborantin und ehemals Mitarbeiterin im Geoforschungszentrum Potsdam) erfuhren wir was Bentonit ist und wie man ihn nachweisen kann.

Bentonit ist ein hauptsächlich aus Montmorillonit bestehendes Gemisch aus Tonmineralien. Duch die unterschiedlichen Verhältnisse und Vorkommen der Begleitmineralien, ist es möglich Proben von Bentonit einem bestimmten Herkunftsort zuzuschreiben.

Wie erstellt man eine analysierbare Probe ?

Zunächst erfolgt der Aufschluß der Probe. Dabei wird der Stoff mittels einer Säure (meist Salzsäure) gelöst. Der Bestandteil der sich nicht gelöst hat wird im Anschluß zentrifugiert.

Das heißt in einem Gerät wird die Probe bei hoher Geschwindigkeit gedreht. Duch den Vorgang sammeln sich die unlöslichen Stoffe im unteren Teil der Zentrifugengläser, sie werden auch als Feststoffe bezeichnet.

Die löslichen Stoffe (Metallionen) sammeln sich in einer Flüssigkeit im oberen Teil der Zentrifugengläser. Diese Flüssigkeit wird in ein anderes Behältnis umgefüllt und im Anschluß filtriert. Dazu wird die Flüssigkeit durch ein feines Papier gesiebt, wodurch die letzten, unerwünschten Partikel entfernt werden.

Wie erfahre ich die Bestandteile einer Probe ?

Nach dem Aufschluß einer Probe, kann diese in ein Gerät getan werden, dass sich ICP AES nennt. Dahinter verstecken sich die Bezeichnungen Inductively Coupled Plasma (engl. für induktiv gekoppeltes Plasma), kurz ICP und Atomemissionsspektrometie mit Flamme, kurz F-AES.

Das ICP regt die Ionen der Probe durch einen Plasma an, welches durch einen kontinuierlichen Argon Strom gebildet wird. Im Anschluss gehen die Ionen in ihren Grundzustand zurück, wobei sie Energie in Form von Licht abgeben. Jedes Ion emitiert Licht in einer bestimmten Wellenlänge und ist dadurch genau zu bestimmten. Das F- AES bestimmt durch Wellenlängen die Stoffe anhand des von ihnen abgegebene Lichtes der Ionen.

Heraus kommt eine Liste von Stoffen die in der Probe enthalten sind.

Wie erfahre ich die Konzentration von Stoffen in einer Probe ?

Der Vorgang zur Konzentrationsbestimmung in Proben wird als Kallibrierung bezeichnet.

Dabei vergleicht man die eigene Probe mit 5 weiteren Standard-Proben. Standard-Proben sind Flüssigkeiten, die definierte, meist sehr hohe Konzentrationen eines Elementes enthalten. Die Standard-Probe wird in 5 gleichmäßigen Schritten verdünnt. Man erhält 5 Proben, von denen die Konzentration des enthaltenen Elementes bekannt ist. Die Proben werden im das ICP AES (siehe oben) getan. Die bekannten Konzentrationen der Proben werden angegeben und das ICP AES misst die Emissionen der Standard-Proben. Nun nimmt man die zu untersuchende Probe und misst die Emissionen, wodurch es möglich ist die Konzentration auf Grundlage der Standard-Proben zu berechnen.

Das Ergebnis gibt die Konzentrationsstärke der Stoffe zueinander an.

Führt man nun die gleiche Analyse mit der Probe an Janice Dodsons Hose und einer Probe aus dem Teich im Nationalpark durch, müsste die Zusammensetzung in der die Stoffe vorkommen, übereinstimmen.

Interviewfragen

Die folgenden Fragen wollten wir bei einem Interview mit einem Experten der Spurensicherung stellen:

  • Wie wird eine Mordkomission zusammengestellt? Durch wen?
  • Wie erfolgt die Sicherung an Tatorten? Durch wen?
  • Was ist Ihrer Meinung nach wichtiger, Beweisstücke   oder Zeugenaussagen? Warum?
  • Wo erfolgt die Analyse der Beweisstücke?
  • Wie lange werden Beweisstücke aufbewahrt? Wo?
  • Wie wird nach der Sicherstellung von Beweisen weiter vorgegangen?
  • Wie erfolgt die Wiederaufnahme von  Mordfällen?
  • Arbeitet an diesen wiederaufgenommenen Mordfällen die Gleiche   Mordkommision?

 

Dieses Interview kam leider nicht zustande da uns der Experte fehlte.

Antwortschreiben auf eine Anfrage nach einem Interview mit einem Spezialisten von der Spurensicherung

 

Unsere Links, unsere Quellen

Zum einen möchten wir darauf hinweisen, dass unsere Links zum Teil auch unsere Quellen sind und eine Doppelungen in den Kategorien sich daher nicht verhindern ließ.

Zum anderen tragen wir keine Verantwortung für die Richtigkeit der Angaben der gelinkten Seiten.

 

Buchtipp

Der Mordfall an Bruce Dodson wird auch in folgenden Buch thematisiert:

Daniels, Frank J.: Dead Center: The Shocking True Story of a Murder on Snipe Mountain; Berkley Publishing Group; Auflage: Reprint, 2006, S. 352.

ISBN: 978-0425208472

Zirk, Wolfgang: Kriminaltechnik und Spurenkunde: Lehrbuch für Ausbildung und Praxis

Zirk, Wolfgang: Kriminaltechnik und Spurenkunde: Lehrbuch für Ausbildung und Praxis; Stuttgart; München; Hannover; Berlin; Weimar; Dresden: Booberg, 1999; 251 S.; 23 cm.

ISBN 3-415-02442-3

Pfefferli, Peter: Die Spur

Pfefferli, Peter: Die Spur: Ratgeber für die spurenkundliche Praxis; 5. Aufl.; Heidelberg, Neckar: Kriminalistik Verlag, 2007; 150 S.; 14 cm.

ISBN 978-7832-0031-7

 

Tätigkeitsbericht 19.05.2008

In der Zwischenzeit hat uns die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei darauf hingewiesen, dass sie sehr beschäftigt sind. Des Weiteren möchten sie einen offiziellen Nachweis der bestätigt, dass wir an einem Schulprojekt arbeiten. Dennoch würden wir frühestens nächsten Monat einen Termin bekommen. Der Bekannte von Stephanie hat sich als Verwaltungsangestellter entpuppt und mein Kontakt als Angestellter in einem Zulieferbetrieb, die hauptsächlich für die Polizei arbeiten.

Jetzt versuchen wir noch ein paar Videos in den Blog zu stellen, aber ärgerlich ist es schon, schließlich haben wir einen Fragenkatalog angefertigt und daraufhin gearbeitet das Interview in den Mittelpunkt der Recherche zu stellen.

Wir haben die bereits angefangen Bereiche des Blogs stark zu erweitern. Ich werde noch mit einer Chemielaboratin über den Nachweis von Bentonit sprechen.

 

Tätigkeitsbericht 19.05.2008

Jetzt sind wir also mit unserem Projekt fast fertig, nächste Woche ist schon die Präsentation. Am Anfang der Stunde wird, wie jeden Montag, über Probleme der Gruppen geredet und offene Fragen werden beantwortet. Heute geht es darum, was wir bei der Präsentierung unserer Ergebnisse beachten müssen.

Als wir uns überlegen, wie wir alles vorstellen wollen, einigen wir uns schnell, dass wir uns aufteilen: 2 übernehmen die Präsentation und die anderen 2 teilen die Handouts aus und beantworten die Fragen. Wir fangen sofort mit der Planung der Projektvorstellung an. Zum Schluss sehen wir noch einmal unsere Unterlagen durch und ergänzen Definitionen, Links und Auskunftsmittel.

Jetzt fehlen nur noch einzelne Tätigkeitsberichte.

Auf dem Weg nach Hause bekomme ich noch einen Anruf von der Polizei: Nächste Woche könnten wir einen Termin mit einem Experten der Spurensicherung bekommen. Leider muss ich absagen, da wir zu der Zeit schon fertig sein müssen und das Interview nicht mehr rechtzeitig in unseren Blog stellen könnten.

 

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