Archiv der Kategorie 'Spurensuche'

Spurensicherung

Tatort „ Konservierung“ durch

  • Fotografie/ Videografie: berührungsfreie (Beweis-)sicherung aller sichtbaren und unsichtbaren Spuren; Übersicht- und Detailaufnahmen; Nahaufnahmen immer mit Maßstab und Hilfsmitteln als Blickfang
  • Direkte Asservierung der Spur im Original
  • Sicherung durch Reproduktion
  • Zeichnerisch
  • Protokollarisch -lückenlose Dokumentation, Asservatenliste fertigen
  • Vergleichsmaterial erheben
  • Asservate spurenschonend verpacken

Vermeidung von Fremdspuren durch die Ermittler

  • Ganzkörperanzug mit Füßlingen und Kapuze
  • Handschuhe (wenn nötig zwischendurch wechseln)
  • eventuell Mundschutz

 

Schusswaffen

In Betracht kommen Pistolen, Revolver, Büchsen, Flinten, Maschinenpistolen, selbst hergestellte oder veränderte Waffen, Druckluft- oder Gasdruckwaffen; evtl. mit Schalldämpfer.

 Spurensuche:

  • systematisches und gezieltes Absuchen des Tatortes und seiner Umgebung
  • evtl. Einsatz von Metallsuchgeräten, Spürhunden, Taucher

 Spurensicherung:

  • bei Sicherstellung immer Handschuhe tragen, um Übertragungen von Fingerspuren, Hautschuppen etc. zu vermeiden
  • Ladezustand, erkennbare Funktionsstörungen, Position Trommel bei Revolver dokumentieren
  • anhaftende Fremdspuren, besonders Partikel im Bereich der Laufmündung gegen Verlust schützen
  • Schweißspuren, Fingerabdruckspuren und Handschuhspuren schützen
  • das Entladen der Waffe und die weitere Spurensicherung ist den kriminaltechnischen Spezialisten zu überlassen

Maßnahmen bei Sicherstellung:

  • Lage fotografieren
  • Beschreibung von Waffenart, Lage, Ladezustand
  • lose Spuren abnehmen und asservieren
  • Waffe entladen!
  • Pistole: Magazin entnehmen, Patrone aus Patronenlager entnehmen,
  • Revolver: Position der Trommel markieren, alle Patronen aus den einzelnen Kammern entnehmen und genau dokumentieren
  • Schusswaffen allgemein: Sicherung der Einzelspuren, Beschreibung der Waffe, Ursprünglicher Ladezustand, allgemeine Zustandsbeschreibung, Fotografie von beiden Seiten
  • Hülse und Geschoss: Lage markieren, Lage fotografieren, Lage genau vermessen, Hülse mit Holzstäbchen aufnehmen, weich verpacken, Geschoss mit den Fingern aufnehmen (Handschuhe tragen), nie mit Pinzette
  • Verpackung der Waffe

 

Schussspuren / Munition

Definition:

Schussspuren umfassen die mechanischen Beschädigungen und Beschmauchungen von direkten oder indirekten Schüssen. Sie können an Personen wie auch an Sachen festgestellt und gesichert werden. Die Beurteilung der Spuren ist grundsätzlich dem Spezialisten zu überlassen.

Munition: Patronen, Hülsen, Projektile oder Munitionsteile tragen die Individualspuren der Waffe sowie deren Systemmerkmale.

 Spurensuche: 

  • aufgesetzter Schuss (absoluter Nahschuss): Verbrennungen und Pulvereinsprengungen an der Innenseite der Kleidung bzw. unter der Haut
  • Nahschüsse (relativer Nahschuss): Schmauchhof um Einschussstelle, je nach Schussentfernung
  • Schmauchniederschlag findet sich sodann an der Hand des Schützen, dessen Oberbekleidung   sowie evtl. auf Gegenständen im Kontakt mit der Waffe
  • Geschosse können Träger von weiteren Spuren sein
  • Durch- und Streifschüsse an Gegenständen hinterlassen Formspuren und Materialspuren des Geschosses
  • Tat- oder Fundort gründlich und weiträumig nach Munition absuchen
  • Evtl. Metallsuchgerät einsetzen
  • Aus Durchschussstelle und Projektil-Endlage ist eine Schussrichtungs- bestimmung möglich

 Spurensicherung:

  •  Beschädigte Kleidung von Opfern in Papiertüten sichern
  • Lage von Geschossen und Hülsen markieren und genau dokumentieren
  • Munition im Original sichern
  • Spurenschonend ohne weitere mechanische Beeinflussung vorgehen
  • Unverfeuerte Munition nicht mit der Hand berühren, für Vergleichszwecke sicherstellen

 

Pflanzen- und Bodenspuren

Spuren am/an:

  • Boden
  • menschlichen Körper
  • der Bekleidung
  • Fahrzeugen

 Spurensicherung:

  • Dokumentation der Fundstellen
  • Ort und Zeit protokollieren
  • Fotos und Skizzen erstellen
  • Spuren nicht mit Klebefolie sichern, sondern aufheben, abheben etc.
  • Erkennbare Spuren vorsichtig abnehmen und getrennt asservieren
  • Pflanzen- und Bodenspuren an Schuhen, Kleidungsstücken sowie transportablen Spurenträgern nicht abnehmen (Vermischungsgefahr)

 Erhebung von Vergleichsmaterial:

  • Vergleichsmaterial wegen der Gefahr der zwischenzeitlichen Veränderung umgehend erheben
  • vom engeren und weiteren Tat- oder Unfallbereich grundsätzlich mehrere Vergleichsproben entnehmen
  • Vergleichsproben getrennt asservieren
  • grobe Pflanzenteile nach dem Trocknen getrennt lagern
  • bei Erde zunächst die oberste Schicht (1/2cm) abnehmen, trocknen und getrennt von der größeren Probe asservieren 

 Verpackung, Aufbewahrung, Versand:

  • Proben erst in getrocknetem Zustand in Plastiktüten einpacken und versenden; wenn nicht möglich unverzüglich weiterleiten
  • Kleidung mit Bodenspuren im Original
  • Schuhe mit anhaftenden Bodenspuren nicht in Plastiktüten, sondern in Papiertüten